Ernährung bei Endometriose — Was wirklich hilft, was unklar ist und wo du anfangen kannst

Basierend auf 77 wissenschaftlichen Quellen · Aktualisiert: 2026-04-11

Kurz & ehrlich

Ernährung kann Endometriose nicht heilen. Aber sie kann Schmerzen und Entzündung beeinflussen — und das ist nicht nichts.

Die Forschungslage ist je nach Thema sehr unterschiedlich. Bei manchen Stoffen gibt es direkte Studien an Frauen mit Endometriose. Bei anderen nur Daten zu Regelschmerzen allgemein. Und bei einigen fehlt schlicht jede Evidenz — obwohl sie in Betroffenen-Foren überall auftauchen.

Dieser Artikel geht alles durch, was es gibt: die gut belegten Sachen, die vielversprechenden, die enttäuschenden und die reinen “könnte sein”-Kandidaten. Damit du selbst entscheiden kannst, womit du anfangen willst.

Das Wichtigste vorab: Vitamin E hat bei Endometriose die stärksten Daten unter den Nahrungsergänzungen. Die mediterrane Ernährung ist das Gesamtmuster mit den meisten Belegen. Ingwer und Zimt wirken bei Regelschmerzen überraschend gut. Und bei Darmbeschwerden kann Low-FODMAP konkret helfen.

Die Themen stehen unten alphabetisch — kein Ranking nach Wichtigkeit, kein Versprechen.

Alkohol und Koffein

Kaffee und Alkohol haben nach aktuellem Wissensstand keinen klaren Einfluss auf Endometriose — das zeigt eine Studie mit 473 Frauen (Hemmert et al., 2019). Übermäßiger Konsum fördert aber Entzündungen im Körper allgemein (Muharam et al., 2025).

1–2 Tassen Kaffee am Tag gelten als unbedenklich. Alkohol gelegentlich ebenso. Wenn du das Gefühl hast, dass es bei dir die Beschwerden verschlimmert: lass es weg und schau, ob es einen Unterschied macht.

Aromatherapie mit ätherischen Ölen

In einer Studie mit 95 Frauen linderte Bauchmassage mit ätherischen Ölen — Zimt, Nelke, Rose und Lavendel in Mandelöl, täglich 7 Tage vor der Periode — Schmerzen und Blutungsstärke deutlich (Marzouk et al., 2013). Was genau hilft (die Massage, die Wärme, die Öle selbst), lässt sich aus der Studie nicht sauber trennen.

Wenn du es ausprobieren willst: 2–3 Tropfen ätherisches Öl in einen Esslöffel Mandelöl oder Jojobaöl, sanft kreisend auf den Unterbauch. Ätherische Öle nie unverdünnt auf die Haut. Kein großes Risiko, und die Massage allein kann schon entspannen.

Bockshornklee

Erste Studien sind vielversprechend: 900 mg Bockshornklee dreimal täglich über 3 Tage reduzierten Regelschmerzen und begleitende Symptome wie Übelkeit und Erschöpfung deutlich — ohne Nebenwirkungen (Younesy et al., 2014). Eine Zusammenfassung von 4 Studien bestätigt den Trend, stuft die Datenqualität aber als niedrig ein (Hassanzadeh et al., 2024).

Studien direkt bei Endometriose gibt es nicht. Und Bockshornklee enthält pflanzliche Östrogene — bei einer östrogenabhängigen Erkrankung ist das ein Punkt, den du mit deinem Arzt besprechen solltest, bevor du anfängst. Die Dosis in den Studien ist recht hoch und nicht für Dauergebrauch gedacht.

Calcium

Für Calcium gibt es keine Studien direkt bei Endometriose. Zwei Aspekte sind trotzdem relevant:

Bei allgemeinen Regelschmerzen schnitt Calcium in einem Vergleich schwächer ab als Fischöl (Mehrpooya et al., 2017). Bei PMS-Beschwerden gibt es erste positive Hinweise, aber der Schmerzeffekt ist begrenzt.

Wichtiger ist ein anderer Zusammenhang: Wenn du GnRH-Medikamente nimmst (z.B. Leuprorelin oder Goserelin), verlierst du Knochendichte. Calcium zusammen mit Vitamin D wird dann aktiv empfohlen — nicht zur Schmerzlinderung, sondern zum Knochenschutz. Sprich mit deiner Ärztin darüber, wenn das bei dir zutrifft.

Fenchel

Fenchel enthält Anethol, einen Stoff der Krämpfe löst. In einem Vergleich mit dem Schmerzmittel Mefenaminsäure berichteten 80% der Fenchel-Gruppe von deutlicher Besserung — fast genauso viele wie in der Medikamentengruppe (Modaress Nejad & Asadipour, 2006). Eine weitere Studie fand ähnliche Ergebnisse (Omidvar et al., 2012).

Die Studien sind klein, und bei Endometriose direkt gibt es keine. Aber Fencheltee ist harmlos und gut verträglich. Wenn du Tee magst: 1–2 Teelöffel Fenchelsamen leicht zerdrücken, 10 Minuten ziehen lassen, 2–3 Tassen täglich.

Feigen (getrocknet)

Das hier kommt überraschend: In einer Studie mit 99 Frauen schnitten getrocknete Feigen bei Regelschmerzen besser ab als Zimt und Scheinpräparat. Weniger Schmerzen, kürzere Schmerzdauer, bessere Lebensqualität über drei Zyklen (Amanak, 2020). Eine einzige Studie, und warum Feigen helfen könnten ist unklar — sie liefern Kalium, Magnesium, Calcium und Pflanzenstoffe.

Kein Risiko, schmeckt gut: eine Handvoll getrocknete Feigen während der Periode. Einer der einfachsten Versuche auf dieser Liste.

Glutenfreie Ernährung

In einer viel zitierten Studie berichteten 75% von 207 Frauen nach einem Jahr ohne Gluten von weniger Schmerzen (Marziali et al., 2012). Das klingt beeindruckend. Problem: Es gab keine Kontrollgruppe. Wenn man etwas ändert und aktiv wartet, ob es besser wird, verbessert es sich oft — unabhängig davon was man geändert hat.

Zwei kritische Übersichtsarbeiten kommen deshalb zum gleichen Schluss: Die Belege reichen nicht aus, um Glutenverzicht bei Endometriose zu empfehlen (Brouns et al., 2023; van Haaps et al., 2024). Eine glutenfreie Ernährung ist außerdem teurer, schränkt die Auswahl ein und kann Nährstofflücken verursachen.

Wenn du trotzdem testen willst: Lass vorher Zöliakie ausschließen — ein Bluttest, aber eine glutenfreie Diät vor dem Test verfälscht das Ergebnis. Wenn du keinen Unterschied merkst: Gluten ruhig wieder einführen.

Ingwer

Ingwer gehört zu den am besten untersuchten Hausmitteln gegen Regelschmerzen. Die bisher größte Zusammenfassung (über 24 Studien) zeigt: Ingwer lindert Schmerzen deutlich — und war dabei genauso wirksam wie Ibuprofen (Moshfeghinia et al., 2024). Drei weitere Metaanalysen bestätigen das (Chen et al., 2016; Daily et al., 2015; Negi et al., 2021).

Direkt bei Endometriose getestet wurde er nicht. Aber weil Endometriose-Schmerzen ähnliche Mechanismen haben wie starke Regelschmerzen, ist das zumindest ein vernünftiger Hinweis.

Als Kapseln: 750–2000 mg Ingwerpulver, ab dem ersten Tag der Periode für 3–4 Tage. Als Tee: 2–3 cm frischen Ingwer, 10 Minuten ziehen lassen, mehrmals täglich. Nicht auf nüchternen Magen — das kann den Magen reizen. Bei Blutverdünnern vorher mit dem Arzt sprechen.

Kamille

Kamille hat eine besondere Stellung in dieser Liste: Sie wurde tatsächlich direkt bei Endometriose getestet. In einer Studie mit 102 Frauen bekamen Teilnehmerinnen entweder Kamille, Leinsamen oder ein Scheinpräparat — 8 Wochen lang. Sowohl Kamille als auch Leinsamen reduzierten Beckenschmerzen, Regelschmerzen und Schmerzen beim Sex deutlich (Khalajinia et al., 2024). Bei allgemeinen Regelschmerzen senkte ein Kamille-Getränk die Schmerzwerte um über die Hälfte (Soh et al., 2025).

Das ist eine Studie, und Kamille wird selten in dieser Dosis eingesetzt. Trotzdem: 2–3 Tassen Kamillentee täglich, besonders in der zweiten Zyklushälfte und während der Periode, ist ein einfacher Versuch. Kamille wirkt auch entspannend und schlaffördernd — kein schlechter Nebeneffekt. Bei Allergie gegen Korbblütler (Ambrosia, Chrysanthemen) vorsichtig sein.

Kurkuma (Curcumin)

Das ist eine der Enttäuschungen dieser Liste. Im Labor zeigt Curcumin starke entzündungshemmende Effekte (Hipólito-Reis et al., 2022). Als es dann erstmals richtig am Menschen getestet wurde — 68 Frauen mit Endometriose, 8 Wochen, doppelblind — war der Unterschied zum Scheinpräparat bei Schmerzen und Lebensqualität nicht messbar (Gudarzi et al., 2024).

Kurkuma im Essen schadet nicht, und du musst es deshalb nicht streichen. Aber als Nahrungsergänzung in Kapselform macht die Datenlage wenig Hoffnung. Falls du es trotzdem probieren willst: Curcumin-Präparat mit Piperin (verbessert die Aufnahme). Nur ohne große Erwartungen.

Leinsamen

In derselben Studie wie Kamille (Khalajinia et al., 2024) wirkte auch Leinsamen direkt bei Endometriose: Beckenschmerzen, Regelschmerzen und Schmerzen beim Sex gingen nach 8 Wochen zurück. Das ist bisher die einzige Studie, die Leinsamen gezielt bei Endometriose untersucht hat.

Leinsamen liefert Omega-3-Fettsäuren, Ballaststoffe und Lignane — Pflanzenstoffe, die den Östrogenhaushalt leicht beeinflussen können. 1–2 Esslöffel geschrotete Leinsamen täglich ins Müsli, Joghurt oder einen Smoothie. Ganze Samen wirken kaum — sie müssen geschrotet sein, damit der Körper sie verwerten kann. Viel trinken, sie quellen.

Low-FODMAP

Wenn du neben der Endometriose unter Blähungen, Durchfall oder Verstopfung leidest, lohnt sich Low-FODMAP. Rund 38% der Betroffenen haben gleichzeitig ein Reizdarmsyndrom — die Symptome überlappen sich stark.

72% der Frauen mit Endometriose und Darmbeschwerden berichteten nach 4 Wochen Low-FODMAP von mehr als 50% Besserung (Moore et al., 2017). Eine neuere Studie bestätigt das: Die Schmerzwerte sanken deutlich, 65% berichteten Verbesserungen (Keukens et al., 2025).

Die Diät hat drei Phasen: Weglassen (2–6 Wochen), einzeln wieder einführen, dann das persönliche Gleichgewicht finden. Sie ist keine Dauerdiät. Am besten mit Ernährungsberatung starten — alleine ist das kompliziert. Die Monash-Universität hat eine hilfreiche App dazu.

Wichtig: Low-FODMAP hilft gegen Darmsymptome, nicht gegen alle Endometriose-Schmerzen.

Magnesium

Direkt bei Endometriose wurde Magnesium noch nicht getestet. Bei Regelschmerzen allgemein kann es helfen: Magnesium entspannt die Gebärmuttermuskulatur und zeigt positive Effekte bei Regelschmerzen, PMS und Migräne rund um die Periode (Parazzini et al., 2017).

Wenn du es versuchen willst: 200–400 mg täglich, am besten als Magnesiumcitrat oder -glycinat — beides wird besser aufgenommen als Magnesiumoxid. Einige Tage vor der Periode beginnen und über die schmerzhaftesten Tage weiter nehmen. Hohe Dosen können Durchfall verursachen, daher langsam steigern. Magnesiumreiche Lebensmittel: Kürbiskerne, dunkle Schokolade, Mandeln, Spinat.

Mediterrane Ernährung

Das ist der Ansatz mit den meisten Belegen bei Endometriose: viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Fisch, Olivenöl, Vollkorn. Diese Ernährung hemmt Entzündungen — und Entzündung ist einer der zentralen Treiber bei Endometriose.

In einer Studie mit 35 Frauen gingen nach 6 Monaten mediterraner Ernährung Beckenschmerzen, Schmerzen beim Sex und Schmerzen beim Stuhlgang deutlich zurück (Cirillo et al., 2023). Frauen die sich konsequent mediterran ernährten, hatten in einer anderen Studie ein deutlich niedrigeres Endometriose-Risiko (Noormohammadi et al., 2025). Die aktuellste Übersicht bestätigt: weniger Schmerzen, bessere Lebensqualität (Barrea et al., 2025).

Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Mehr Gemüse und Hülsenfrüchte, Olivenöl statt Butter, Fisch 2–3 mal pro Woche, weniger verarbeitetes Fleisch — schon in diese Richtung zu gehen kann einen Unterschied machen.

Milchprodukte

Entgegen dem was man in vielen Foren liest: Die Forschung zeigt eher, dass Milchprodukte schützen als schaden (Arab et al., 2022). Viele Betroffene berichten trotzdem, sich ohne Milch besser zu fühlen (Armour et al., 2021).

Die Datenlage spricht nicht für einen generellen Verzicht. Wenn du aber merkst, dass Milchprodukte deine Darmbeschwerden verschlechtern, ist ein persönlicher Versuch sinnvoll — besonders wenn du gleichzeitig Reizdarmsymptome hast. Dann aber auf alternative Calcium- und Vitamin-D-Quellen achten.

Mönchspfeffer (Vitex)

Bei PMS ist Mönchspfeffer gut untersucht — in 7 von 8 Studien wirkte er besser als Placebo (van Die et al., 2013). Eine größere Zusammenfassung von 17 Studien bestätigt positive Effekte, warnt aber vor der insgesamt nicht optimalen Studienqualität (Verkaik et al., 2017). Nebenwirkungen sind mild: Übelkeit, Kopfschmerzen, leichte Magenbeschwerden (Daniele et al., 2005).

Direkt bei Endometriose gibt es keine Studien. Und Mönchspfeffer greift in den Hormonhaushalt ein — bei einer östrogenabhängigen Erkrankung solltest du das unbedingt zuerst mit deiner Ärztin besprechen, bevor du anfängst. Nicht zusammen mit Hormonpräparaten nehmen, nicht in der Schwangerschaft oder Stillzeit. Wirkung zeigt sich erst nach 2–3 Zyklen.

Obst, Gemüse und Antioxidantien

Viel Obst und Gemüse — vor allem grünes Blattgemüse und frisches Obst — geht mit einem niedrigeren Endometriose-Risiko einher. Das zeigen mehrere Übersichtsarbeiten übereinstimmend (Akgun et al., 2024; Zaragoza-Martí et al., 2024).

Mindestens 5 Portionen täglich, mit Abwechslung. Besonders Beeren, dunkles Blattgemüse, Tomaten und Paprika. Nüsse und Samen als Snack. Nichts Neues — aber es gibt gute Gründe dafür.

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3 (vor allem aus fettem Fisch) wirkt entzündungshemmend im Körper. Trotzdem: Weder größere Auswertungen noch die bislang beste Einzelstudie konnten eine klare Wirkung auf Endometriose-Schmerzen zeigen (Liu et al., 2025; Nodler et al., 2020). Bei allgemeinen Regelschmerzen schnitt Fischöl in einem Vergleich besser ab als Calcium (Mehrpooya et al., 2017).

Fetter Fisch 2–3 mal pro Woche ist in jedem Fall eine gute Idee — Lachs, Makrele, Sardinen, Hering. Als Ergänzung: 1–2 g Fischöl täglich, mit hohem EPA-Anteil (EPA wirkt stärker entzündungshemmend als DHA). Pflanzliche Alternative: geschrotete Leinsamen oder Leinöl, wird allerdings vom Körper schlechter umgewandelt. Bei Blutverdünnern vorher mit dem Arzt sprechen.

Rotes Fleisch und Wurst

Hier ist die Forschung ungewöhnlich einheitlich: Wer viel rotes und verarbeitetes Fleisch isst, hat ein höheres Endometriose-Risiko (Arab et al., 2022; Akgun et al., 2024). Rotes Fleisch fördert Entzündungen im Körper.

Das bedeutet nicht, es komplett zu streichen. Aber öfter zu Fisch, Hülsenfrüchten oder Geflügel zu greifen, und Wurst, Salami und Speck eher selten zu essen — das macht Sinn.

Soja

Die Datenlage ist widersprüchlich. Eine japanische Studie fand ein niedrigeres Endometriose-Risiko bei höheren Isoflavon-Spiegeln im Blut (Tsuchiya et al., 2007). Eine größere US-Studie fand keinen Zusammenhang (Mumford et al., 2017).

Moderate Mengen Soja — Tofu, Edamame, Sojamilch — scheinen weder zu helfen noch zu schaden. Wenn es Teil deiner normalen Ernährung ist, gibt es keinen Grund es wegzulassen.

Vitamin C

Vitamin C allein wurde bei Endometriose kaum getestet. Die Wirkung zeigt sich vor allem in der Kombination mit Vitamin E (siehe dort). Als Antioxidans schützt Vitamin C Zellen vor oxidativem Stress — der bei Endometriose erhöht ist (Agarwal et al., 2005; Hosseinlou et al., 2022).

Gute natürliche Quellen: Paprika, Brokkoli, Kiwi, Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren. Als Ergänzung wird es häufig in der Kombination mit Vitamin E eingesetzt (1000 mg täglich). Gut verträglich in normalen Dosen.

Vitamin D

Vitamin-D-Mangel kommt bei Frauen mit Endometriose auffällig häufig vor. Je niedriger der Spiegel, desto stärker oft die Beschwerden (Jennings & Hewison, 2025). Vitamin D spielt eine wichtige Rolle im Immunsystem.

In einer Studie mit fast 900 jungen Frauen gingen PMS-Beschwerden nach Vitamin-D-Supplementierung deutlich zurück (Bahrami et al., 2018). Eine Studie direkt bei Endometriose zeigte weniger Beckenschmerzen und niedrigere Entzündungswerte (Mehdizadehkashi et al., 2021). Allerdings fand eine der bisher methodisch stärksten Studien dazu keinen klaren Schmerzeffekt (Nodler et al., 2020). Die Ergebnisse sind also gemischt.

Den Spiegel beim Arzt bestimmen lassen — Zielwert mindestens 30 ng/ml. Bei Mangel: 1000–2000 IE täglich, bei starkem Mangel kurzfristig mehr unter ärztlicher Kontrolle. Einen garantierten Schmerzeffekt kannst du nicht erwarten. Aber ein guter Vitamin-D-Spiegel schadet nicht und ein Mangel sollte in jedem Fall behoben werden.

Vitamin E

Vitamin E hat bei Endometriose die stärksten Daten unter den Nahrungsergänzungen. In einer Zusammenfassung von 9 Studien mit über 500 Frauen war der Effekt auf Beckenschmerzen groß und eindeutig (Pan et al., 2025). Die bisher umfassendste Übersicht zu Vitaminen bei Endometriose bestätigt: Vitamin E reduziert Schmerzen, ist sicher und eignet sich gut als Ergänzung zur Standardtherapie (Tsokkou et al., 2026).

400 IE täglich ist die in den Studien gängige Dosis. Natürliche Quellen: Mandeln, Sonnenblumenkerne, Weizenkeimöl, Haselnüsse, Avocado. Wenn du Blutverdünner nimmst, sprich vorher mit deinem Arzt — Vitamin E kann die Gerinnung beeinflussen.

Vitamin C und E kombiniert

Zusammen zeigen die beiden Vitamine einen Effekt, der über das hinausgeht was Vitamin C allein bewirkt. In einer Zusammenfassung von 5 Studien verbesserten sich die Beckenschmerzen bei Frauen, die beide Vitamine nahmen, 7-mal häufiger als mit Placebo. Auch Regelschmerzen und Schmerzen beim Sex gingen zurück (Bayu et al., 2024). In einer Studie mit 59 Frauen besserten sich die Schmerzen bei 43% der Gruppe mit Vitamin C und E — und Entzündungsmarker gingen zurück (Santanam et al., 2013).

1000 mg Vitamin C und 400–1200 IE Vitamin E täglich, über mindestens 8 Wochen. In den Studien war das gut verträglich.

Zink

Frauen mit Endometriose haben oft niedrigere Zinkwerte — das zeigen mehrere Studien übereinstimmend (Messalli et al., 2014; Liu et al., 2025). Je niedriger der Zinkwert, desto höher das Endometriose-Risiko in einer großen Studie mit fast 600 Betroffenen.

Ob Zink einnehmen die Beschwerden direkt bessert, wurde bisher nicht getestet. Aber ein Mangel schadet dem Immunsystem und der Wundheilung — es lohnt sich, das abklären zu lassen. Gute Zinkquellen: Kürbiskerne, Linsen, Kichererbsen, Cashews. Bei Mangel: 15–25 mg täglich (Zinkgluconat oder -citrat). Nicht dauerhaft über 40 mg täglich ohne Kontrolle — das kann die Kupferaufnahme hemmen.

Zimt

In einer Zusammenfassung von 9 Studien mit fast 650 Frauen linderte Zimt Regelschmerzen deutlich und verkürzte die Schmerzdauer (Xu et al., 2020). Im Vergleich mit Ibuprofen war Zimt besser als Placebo, aber nicht ganz so stark wie das Medikament (Jaafarpour et al., 2015). Auch Übelkeit und starke Blutungen gingen in einer Studie zurück.

Bei Endometriose direkt wurde Zimt nicht getestet. Für einen Versuch: 420–1000 mg als Kapseln, dreimal täglich während der ersten 3 Tage der Periode. Oder als Gewürz: 1/2 Teelöffel Ceylon-Zimt in Tee, Müsli oder warme Milch. Unbedingt Ceylon-Zimt verwenden, nicht Cassia — Cassia enthält viel Cumarin, das bei regelmäßiger Einnahme die Leber belasten kann.

Zucker und verarbeitete Lebensmittel

Kontrollierte Studien speziell zu Zucker und Endometriose gibt es nicht. Was wir wissen: Weniger Fett und mehr Ballaststoffe können den Östrogenspiegel senken (Barnard et al., 2023) — und Endometriose ist östrogenabhängig. Viele Betroffene berichten außerdem, sich mit weniger Zucker besser zu fühlen (Armour et al., 2021). Kein Beweis, aber ein Hinweis.

Weniger Süßigkeiten, Softdrinks und Fertigprodukte — dafür mehr Vollkorn, Hülsenfrüchte und Nüsse. Den Zucker schrittweise reduzieren: Du gewöhnst dich schneller daran als gedacht.

Ein ehrliches Fazit

Keine einzelne Ernährungsumstellung heilt Endometriose — das sagt die aktuellste Übersichtsarbeit klar (Baraut, 2026). Und strenge Diäten können mehr schaden als nützen.

Was die Forschung insgesamt zeigt: Eine überwiegend pflanzliche, entzündungshemmende Ernährung nach mediterranem Muster ist die sicherste Grundlage. Vitamin E hat die besten Daten unter den Ergänzungen. Ingwer und Zimt wirken bei Regelschmerzen überraschend gut. Kamille und Leinsamen wurden sogar direkt bei Endometriose getestet. Bei Darmbeschwerden hilft Low-FODMAP konkret.

Fang mit dem an, was dir am leichtesten fällt. Und wenn du Unterstützung brauchst: Eine Ernährungsberatung, die Endometriose kennt, kann einen echten Unterschied machen.

Quellen (77 Papers)
  1. Meneghetti et al. (2024). Effect of Dietary Interventions on Endometriosis: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Reproductive Sciences. PMID: 39358652
  2. Baraut (2026). Nutrition and endometriosis: Evidence, limits and clinical perspectives. Clinical Nutrition ESPEN. PMID: 41628666
  3. Cirillo et al. (2023). Mediterranean Diet and Oxidative Stress: A Relationship with Pain Perception in Endometriosis. International Journal of Molecular Sciences. PMID: 37834048
  4. Noormohammadi et al. (2025). Mediterranean diet adherence and healthy diet indicator might decrease odds of endometriosis. Scientific Reports. PMID: 41120513
  5. Barrea et al. (2025). Effectiveness of Medical Nutrition Therapy in the Management of Patients with Obesity and Endometriosis. Current Obesity Reports. PMID: 40920291
  6. Marziali et al. (2012). Gluten-free diet: a new strategy for management of painful endometriosis related symptoms?. Minerva Chirurgica. PMID: 23334113
  7. van Haaps et al. (2024). A gluten-free diet for endometriosis patients lacks evidence to recommend it. AJOG Global Reports. PMID: 39040659
  8. Liu et al. (2025). Effect of omega-3 polyunsaturated fatty acid on endometriosis. Clinics. PMID: 40273491
  9. Nodler et al. (2020). Supplementation with vitamin D or omega-3 fatty acids in adolescent girls and young women with endometriosis (SAGE). American Journal of Clinical Nutrition. PMID: 32453393
  10. Moore et al. (2017). Endometriosis in patients with irritable bowel syndrome: Specific symptomatic and demographic profile, and response to the low FODMAP diet. ANZJOG. PMID: 28303579
  11. Keukens et al. (2025). Effects of a low-FODMAP diet on patients with endometriosis, a prospective cohort study. BMC Womens Health. PMID: 40221682
  12. Arab et al. (2022). Food groups and nutrients consumption and risk of endometriosis: a systematic review and meta-analysis. Nutrition Journal. PMID: 36138433
  13. Akgun et al. (2024). Role of macronutrients, dairy products, fruits and vegetables in occurrence and progression of endometriosis. Facts Views in Obstetrics and Gynaecology. PMID: 39718325
  14. Zheng et al. (2023). Antioxidant vitamins supplementation reduce endometriosis related pelvic pain in humans: a systematic review and meta-analysis. RBE. PMID: 37644533
  15. Kalaitzopoulos et al. (2022). Effects of vitamin D supplementation in endometriosis: a systematic review. RBE. PMID: 36578019
  16. Mehdizadehkashi et al. (2021). The effect of vitamin D supplementation on clinical symptoms and metabolic profiles in patients with endometriosis. Gynecological Endocrinology. PMID: 33508990
  17. Gudarzi et al. (2024). Effect of curcumin on painful symptoms of endometriosis: A triple-blind randomized controlled trial. Phytotherapy Research. PMID: 37818734
  18. Hipolito-Reis et al. (2022). Impact of curcumin, quercetin, or resveratrol on the pathophysiology of endometriosis: A systematic review. Phytotherapy Research. PMID: 35583746
  19. Brouns et al. (2023). Diet associations in endometriosis: a critical narrative assessment with special reference to gluten. Frontiers in Nutrition. PMID: 37731404
  20. Huijs et al. (2020). The effects of nutrients on symptoms in women with endometriosis: a systematic review. RBO. PMID: 32600946
  21. Barnard et al. (2023). Nutrition in the prevention and treatment of endometriosis: A review. Frontiers in Nutrition. PMID: 36875844
  22. Sverrisdottir et al. (2022). Impact of diet on pain perception in women with endometriosis: A systematic review. EJOG. PMID: 35245715
  23. Armour et al. (2021). Dietary Practices of Women with Endometriosis: A Cross-Sectional Survey. JACM. PMID: 34161144
  24. Zaragoza-Marti et al. (2024). The importance of nutrition in the prevention of endometriosis - Systematic review. Nutricion Hospitalaria. PMID: 38047410
  25. Jennings et al. (2025). Vitamin D and Endometriosis: Is There a Mechanistic Link?. Cell Biochemistry and Function. PMID: 39739404
  26. Muharam et al. (2025). The Role of Nutrition in Endometriosis Prevention and Management: A Comprehensive Review. IJFS. PMID: 41090417
  27. Tsuchiya et al. (2007). Effect of soy isoflavones on endometriosis: interaction with estrogen receptor 2 gene polymorphism. Epidemiology. PMID: 17474167
  28. Mumford et al. (2017). Urinary Phytoestrogen Concentrations Are Not Associated with Incident Endometriosis. Journal of Nutrition. PMID: 28031375
  29. O’Brien et al. (2024). Evolution, adaptation, and new applications of the FODMAP diet. JGH Open. PMID: 38770353
  30. Yalcin Bahat et al. (2022). Dietary supplements for treatment of endometriosis: A review. Acta Biomedica. PMID: 35315418
  31. Hemmert et al. (2019). Modifiable life style factors and risk for incident endometriosis. PPE. PMID: 30307628
  32. Amini et al. (2021). The Effect of Combined Vitamin C and Vitamin E Supplementation on Oxidative Stress Markers in Women with Endometriosis. Pain Research and Management. PMID: 34122682
  33. Bayu et al. (2024). Vitamin C and E antioxidant supplementation may significantly reduce pain symptoms in endometriosis. PLoS One. PMID: 38820340
  34. Pan et al. (2025). Effects of vitamin supplementation on related symptoms in women with endometriosis. Annals of Medicine and Surgery. PMID: 40851946
  35. Santanam et al. (2013). Antioxidant supplementation reduces endometriosis-related pelvic pain in humans. Translational Research. PMID: 22728166
  36. Tsokkou et al. (2026). Therapeutic Effects of Vitamins in Endometriosis Patients: A Systematic Review of RCTs. IJMS. PMID: 41683896
  37. Liu et al. (2025). Serum copper to zinc ratio and risk of endometriosis. Reproductive Medicine and Biology. PMID: 40151355
  38. Messalli et al. (2014). The possible role of zinc in the etiopathogenesis of endometriosis. CEOG. PMID: 25864256
  39. Rabajdova et al. (2024). Serum trace element levels and activity of enzymes associated with oxidative stress in endometriosis. FEBS Open Bio. PMID: 37968795
  40. Utkan Korun et al. (2023). Use of serum copper and zinc levels in the diagnostic evaluation of endometrioma. Ceska Gynekologie. PMID: 37643909
  41. Amanzholkyzy et al. (2025). Heavy Metal Toxicity Versus Trace Element Protection in Women’s Reproductive Health. Georgian Medical News. PMID: 41687657
  42. Parazzini et al. (2017). Magnesium in the gynecological practice: a literature review. Magnesium Research. PMID: 28392498
  43. Bettendorf et al. (2008). Dysmenorrhea: contemporary perspectives. Obstetrics and Gynecology Survey. PMID: 18713479
  44. Mehrpooya et al. (2017). Comparison the Effect of Fish-Oil and Calcium Supplementation on Treatment of Primary Dysmenorrhea. Reviews on Recent Clinical Trials. PMID: 28356030
  45. Bahrami et al. (2018). High dose vitamin D supplementation can improve menstrual problems, dysmenorrhea, and premenstrual syndrome in adolescents. Gynecological Endocrinology. PMID: 29447494
  46. Moshfeghinia et al. (2024). Ginger for Pain Management in Primary Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-Analysis. JICM. PMID: 38770631
  47. Chen et al. (2016). Efficacy of Oral Ginger for Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-Analysis. ECAM. PMID: 27274753
  48. Negi et al. (2021). Efficacy of Ginger in the Treatment of Primary Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-analysis. Cureus. PMID: 33842121
  49. Daily et al. (2015). Efficacy of Ginger for Alleviating the Symptoms of Primary Dysmenorrhea. Pain Medicine. PMID: 26177393
  50. Xu et al. (2020). Efficacy of herbal medicine (cinnamon/fennel/ginger) for primary dysmenorrhea: a systematic review and meta-analysis. JIMR. PMID: 32603204
  51. Jahangirifar et al. (2018). The effect of Cinnamon on primary dysmenorrhea: A randomized, double-blind clinical trial. CTCP. PMID: 30396627
  52. Jaafarpour et al. (2015). The effect of cinnamon on menstrual bleeding and systemic symptoms with primary dysmenorrhea. IRCMJ. PMID: 26023350
  53. Jaafarpour et al. (2015). Comparative effect of cinnamon and Ibuprofen for treatment of primary dysmenorrhea. JCDR. PMID: 26023601
  54. Bokaie et al. (2013). Oral fennel drop effect on primary dysmenorrhea. IJNMR. PMID: 23983742
  55. Modaress Nejad et al. (2006). Comparison of the effectiveness of fennel and mefenamic acid on pain intensity in dysmenorrhoea. EMHJ. PMID: 17037712
  56. Omidvar et al. (2012). Effect of fennel on pain intensity in dysmenorrhoea: A placebo-controlled trial. Ayu. PMID: 23559811
  57. Hassanzadeh et al. (2024). The Effect of Fenugreek on the Severity of Dysmenorrhea: A Systematic Review and Meta-analysis. CDRR. PMID: 37594100
  58. Younesy et al. (2014). Effects of fenugreek seed on the severity and systemic symptoms of dysmenorrhea. JRI. PMID: 24695380
  59. Inanmdar et al. (2016). Clinical efficacy of Fenugreek and dry cupping therapy on pain in primary dysmenorrhea. CJIM. PMID: 27225291
  60. Khalajinia et al. (2024). The Effects of Chamomile and Flaxseed on Pelvic Pain, Dyspareunia, and Dysmenorrhea in Endometriosis. IJNMR. PMID: 39759908
  61. Soh et al. (2025). Effects of chamomile and L-theanine beverage on menstrual pain. JFDA. PMID: 41525193
  62. van Die et al. (2013). Vitex agnus-castus extracts for female reproductive disorders: a systematic review of clinical trials. Planta Medica. PMID: 23136064
  63. Verkaik et al. (2017). The treatment of PMS with preparations of Vitex agnus castus: a systematic review and meta-analysis. AJOG. PMID: 28237870
  64. Sirotkin (2025). Effects, Mechanisms of Action and Application of Vitex agnus-castus. Phytotherapy Research. PMID: 39853839
  65. Daniele et al. (2005). Vitex agnus castus: a systematic review of adverse events. Drug Safety. PMID: 15783241
  66. Pattanittum et al. (2016). Dietary supplements for dysmenorrhoea. Cochrane Database of Systematic Reviews. PMID: 27000311
  67. Amanak (2020). Effects of Dry Figs on Primary Dysmenorrhea Symptoms. PRHSJ. PMID: 33320461
  68. Marzouk et al. (2013). The effect of aromatherapy abdominal massage on alleviating menstrual pain. ECAM. PMID: 23662151
  69. Kenda et al. (2021). Herbal Products Used in Menopause and for Gynecological Disorders. Molecules. PMID: 34946512
  70. Fugh-Berman & Kronenberg (2003). Complementary and alternative medicine (CAM) in reproductive-age women: a review of randomized controlled trials. Reproductive Toxicology. PMID: 12642146
  71. Agarwal et al. (2005). Role of oxidative stress in female reproduction. Reproductive Biology and Endocrinology. PMID: 16018814
  72. Ansariniya et al. (2019). Vitamin C and E supplementation effects on VEGF in peritoneal fluids of patients with endometriosis. Journal of Obstetrics and Gynaecology. PMID: 31234682
  73. Hosseinlou et al. (2022). Targeting Oxidative Stress Involved in Endometriosis and Its Pain. Biomolecules. PMID: 36008949
  74. Lerchbaum & Rabe (2014). Vitamin D and female fertility. Current Opinion in Obstetrics and Gynecology. PMID: 24717915
  75. Bhatia et al. (2015). Traditional phytoremedies for the treatment of menstrual disorders in district Udhampur, J&K, India. Journal of Ethnopharmacology. PMID: 25479156
  76. Ryu & Kim (2015). Premenstrual syndrome: A mini review. Maturitas. PMID: 26351143
  77. Born & Steiner (2001). Current management of premenstrual syndrome and premenstrual dysphoric disorder. Current Psychiatry Reports. PMID: 11707159
Hinweis: Diese Seite ersetzt keine medizinische Beratung. Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt bevor du neue Behandlungen ausprobierst.